
Barrierefreies Reisen: keine Nische, sondern Wachstumsmarkt.
, Von Redactie, 3 min Lesezeit

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Weltweit leben schätzungsweise 1,3 Milliarden Menschen mit einer Behinderung; das sind etwa 16 % der Weltbevölkerung. Die Europäische Union zählt rund 90 Millionen Menschen mit einer Behinderung.
Und das ist erst der Anfang, wenn man an den Reisenden selbst denkt.
Denn Menschen mit einer Behinderung reisen längst nicht immer allein. Im Gegenteil: Barrierefreies Reisen hat oft Einfluss auf die Wahl eines Partners, der Familie, von Freunden oder Begleitern.
Europäische und internationale Studien zeigen, dass Reisende mit einer Behinderung häufig mit einem oder mehreren Reisegesellen reisen. Eine aktuelle Publikation von AccessibleEU/UN Tourism nennt einen Multiplikator von 2 bis 3 Personen pro Reisendem mit einer Behinderung.
Das bedeutet kommerziell etwas Wichtiges:
Sie verkaufen nicht nur ein Zimmer an einen Gast. Sie können eine komplette Buchung gewinnen.
Ein barrierefreies Hotelzimmer kann also die Entscheidung eines Paares bestimmen.
Oder einer Familie.
Oder einer Gruppe von Freunden.
Oder eines Reisenden mit einer Begleitperson.
Und wenn sich Ihr Hotel nicht zuverlässig barrierefrei erweist, kann die gesamte Reisegruppe sich für einen anderen Anbieter entscheiden.
In den Vereinigten Staaten zeigen die Zahlen der Open Doors Organization deutlich, wie groß dieser Markt mittlerweile ist. In der neuesten Studie nahmen 25,6 Millionen Reisende mit einer Behinderung in einem Zeitraum von zwei Jahren insgesamt 76,9 Millionen Reisen und gaben fast 50 Milliarden Dollar für ihre eigenen Reisen aus.
Allein für Flugreisen gaben amerikanische Reisende mit einer Behinderung in diesem Zeitraum etwa 10 Milliarden Dollar aus.
Und dazu kommen noch die Ausgaben der Reisegesellen.
Es ist also nicht die Frage, ob diese Zielgruppe Geld ausgibt.
Die Frage ist: Entscheidet sich diese Zielgruppe für Sie?
Denn eines der größten Probleme ist nicht mangelndes Interesse der Reisenden, sondern der Mangel an zuverlässigen Informationen.
Ein Hotel sagt, dass ein Zimmer barrierefrei ist.
Aber was bedeutet das genau?
Ist die Tür breit genug?
Wie hoch ist das Bett?
Kann man neben das Bett gelangen?
Ist die Dusche wirklich nutzbar?
Wie gelangt man zum Schwimmbad?
Wie barrierefrei ist das Restaurant?
Und wie sieht es mit dem Transfer aus?
Die amerikanische Studie zeigt, dass 74 % der Erwachsenen mit einer Behinderung, die in einem Hotel oder Motel übernachtet hatten, eine oder mehrere Barrieren meldeten.
Das ist nicht nur ein Problem für den Reisenden. Das ist eine verpasste kommerzielle Chance für die Hotel- und Gastronomiebranche.
Wer Barrierefreiheit wirklich gut organisiert und darüber klar kommuniziert, macht es einem Reisenden viel leichter, zu buchen.
Nicht mit einem allgemeinen Symbol auf der Website.
Sondern mit konkreten Informationen, ehrlichen Fotos, klaren Maßen und einem Erlebnis, das den vorherigen Versprechenen entspricht.
Das sorgt für etwas, das in der Hotel- und Gastronomiebranche vielleicht das Wichtigste ist:
Vertrauen.
Und Vertrauen führt zu Buchungen, Wiederkäufen und Empfehlungen.
Die Reisebranche muss Barrierefreiheit also nicht nur aus Sicht der Gesetzgebung oder der gesellschaftlichen Verantwortung betrachten.
Sie kann auch eine klare Business Case sein.
Mehr potenzielle Gäste.
Größere Reisegruppen.
Mehr Vertrauen.
Stärkere Kundenloyalität.
Ein differenziertes Angebot.
Und eine Zielgruppe, die derzeit noch viel zu oft unzureichend bedient wird.
UN Tourism bezeichnet barrierefreien Tourismus daher ausdrücklich als Business Opportunity für Reiseziele und Unternehmen.
Genau hier hilft Accessibly Yours Organisationen.
Wir testen, auditieren und bewerten die Barrierefreiheit von Hotels, Resorts, Fluggesellschaften, Kreuzfahrtschiffen, Eisenbahnunternehmen und Reiseveranstaltern.
Nicht nur aus Sicht der Vorschriften.
Nicht nur anhand einer Checkliste.
Sondern aus der Frage heraus:
Wir machen sichtbar, was gut funktioniert, wo Chancen liegen und was konkret besser gemacht werden kann.
Denn letztendlich geht es nicht nur um Barrierefreiheit.
Es geht darum, Vertrauen zu gewinnen — und damit Kunden zu gewinnen.
Von gesellschaftlichem Mehrwert zu kommerziellem Vorteil.